Lackieren von Blechmodellen
Immer wieder treten Probleme beim Lackieren von Blechmodellen auf. Ob Neusilber oder Messing, die Oberfläche ist derart glatt, daß selbst bei guter Reinigung die Farbe nicht gut haftet. Mögliche Abhilfe: Das Modell sandstrahlen. Aber wer hat schon eine Sandstrahlanlage? Die billige aus dem Baumarkt am Kompresser ist viel zu heftig. Das feine Modell wäre nach wenigen Minuten einfach weg oder ein Schweizer Käse. Also habe ich nach einer Alternative gesucht und bin fündig geworden….
Wird das Model nach Fertigstellung komplett in “Ätzbrühe” getaucht, wird die Oberfläche der Bleche und der Lötnähte angeraut. Je nach Konzentration der Ätzlösung dauert der Vorgang nur wenige Minuten. Das Modell bekommt eine gleichmäßig matte Farbe. Sind noch glänzende Stellen zu sehen, war der Bereich nicht gut gereinigt, meist fettig. So hat man eine gute Kontrolle über das Ergebnis. Danach das Bauteil gut spülen, am besten mit entmineralisiertem Wasser, damit keine Kalkflecken entstehen. Denn auf denen haftet die Farbe auch nicht gut! Und Handschuhe tragen. Aus Latex oder Gummi OHNE Puder! Viele dieser Handschuhe sind gepudert aber auf Puderresten hält Farbe auch nicht. Danach das Modell sofort grundieren, sonst setzt Oxidation ein und macht das schöne Ergebnis zunichte.
Dosierung der Ätzbrühe? Für ein Spur N Modell reichen 50gr EisenIIIchlorid auf 1/2 Liter Wasser. Für ein größeres Modell kann man eine Mischung bis zu 5 Litern in einem geeignetem Gefäß mit Schraubverschluß lange lagern und oft gebrauchen. Es empfiehlt sich aber immer vor dem Gebrauch eine kleine Testanätzung mit einem Blechrest zu machen, um die benötigte Tauchzeit auszumessen.
Achja – und gebrauchte oder nicht mehr gebrauchte Ätzlösung gehört zum Sondermüll. Die Sammelstellen nehmen diese Kleinstmengen meist kostenlos an.
